Kann man im Stausee Heyda baden? | Wir in Ilmenau - Nachrichten für Ilmenau
Werbung

Kann man im Stausee Heyda baden?

Talsperre Heyda im Spätsommer

Lange beschäftigte uns im Frühjahr 2013 das Fischsterben an der Talsperre Heyda (wir berichteten). Viele Ilmenauer fragten sich, wie es seither um die Wasserqualität des Sees steht. Auf der Suche nach Antworten.

Zuständig für die Überwachung der Wasserqualität ist die Thüringer Fernwasserversorgung. Franzsika Lux: "Die Wasserqualität der Talsperre Heyda ist für Brauchwassertalsperren typisch und seit vielen Jahren konstant". Anders als bei Trinkwassertalsperren sei das Einzugsgebiet der Talsperre Heyda nicht geschützt, wodurch es zur Zuführung von Nährstoffen (zum Beispiel aus Düngemittelresten) kommen könnte, was die Qualität des Sees negativ beeinflusse. 

Talsperrenwasser stark belastet

Folglich liege auch die Wasserqualität der Talsperre mit Güteklasse "3" unter der in Thüringen üblichen 1 bis 1,5 für Trinkwassertalsperren. Nach dem Fischsterben im Frühjahr 2013 seien durch die Behörden aufwendige "chemische, virologische und mikrobiologische Untersuchungen" durchgeführt worden, die aber keine Kontamination mit Schadstoffen oder Krankheitserregern gezeigt hätten, so Lux. Aus Sicht von Peter Spieß vom Naturschutz- und Fischereibeirates des Ilmkreis habe nach dem Fischsterben vor allem das Hochwasser an der Talsperre zum schnellen Abfließen eventueller Rückstände geführt.

Experten sprechen bei der Güteklasse 3 von "eutrophen", oder "überdüngten", Gewässern. Hier fühlen sich Organismen besonders wohl - es kommt zu Algenwachstum, Bodenschlammbildung und Uferbewuchs. Durch den vermehrten Sauerstoffverbrauch jener Organismen kann es vorkommen, dass Bakterien Schadstoffe nicht mehr richtig abbauen können - der See droht dann zu kippen.

Baden auf eigene Gefahr

Trotz der mäßigen Wasserqualität ist die Talsperre im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur für Ilmenauer. Dabei ist die Talsperre Heyda gar kein offizielles Badegewässer. Der Grund: "Neben den Stoffwechselprodukten der Algen, die bei empfindlichen Menschen zu Hautirritationen führen können, verringern Sichttiefen unter zwei Metern die Chancen einer Wasserrettung im Ernstfall", warnt Lux von der Thüringer Fernwasserversorgung. Weil sich Algen in dem nährstoffreichen Wasser besonders wohlfühlen, wird mit Schildern auf das Badeverbot hingewiesen. Wer dennoch im Stausee badet, tue das auf eigene Gefahr.

Dieser Artikel wurde erstmals im Juli 2013 veröffentlicht. Mehr zum Thema: Warum starben 7 000 Silberkarpfen in Heyda?

Fr, 10.06.2016 • Nachricht melden

Rubrik: 

Themen: 

Orte: 

Personen: 

Meinungen zu diesem Thema

Kommentieren

Mit der Übermittlung dieser Nachricht stimmen Sie der Datenschutzrichtlinie von Mollom zu. Diese Anwendung wird zur Verhinderung unerwünschter Spam-Nachrichten eingesetzt.

Letzte Nachrichten

Nachrichten nach Orten

Sei dabei, in Ilmenaus größter Internet-Familie